Straßentheater zu Gast im Unterrichtsprojekt der Gesundheits- und Pflegeklassen

Zehn Klassen aus dem Gesundheits- und Pflege-Bereich des Kreisberufsschulzentrums Ellwangen nehmen am diesjährigen BUKO-Pharma-Projekt teil. Fächer-übergreifend wird diesmal Tuberkulose als globale Armutskrankheit betrachtet. Die BUKO Pharma-Kampagne hat in Kooperation mit der DAHW Deutsche Lepra-und Tuberkulosehilfe ein Unterrichtsprojekt dazu entwickelt und war jetzt mit einem Straßentheater zu Gast.

Am Beispiel TBC lassen sich viele Themen aufgreifen:

-Wie viel Geld steht für die Entwicklung und den Einsatz entsprechender Arzneimittel zur Verfügung? Warum können wir hier für neue Tumormittel zum Teil 50.000 EUR einsetzen für eine/n Erkrankte/n wohl wissend, dass diese Therapie trotz aller Nebenwirkungen das Leben nur Wochen oder wenige Monate verlängern kann? Und andererseits fehlen für geschätzt 3 Milliarden TBC-Infizierte (also ein Drittel der Weltbevölkerung!) und rund 300 Millionen TBC-Erkrankte häufig die Mittel, um überhaupt eine Behandlung einzuleiten? Mit rund 3.000 EUR kann ein Mensch in der armen Welt erfolgreich behandelt werden.

-Warum wurde Tuberkulose 2015 in Zusammenhang mit den Flüchtlingen, die nach Deutschland kamen, sofort als mögliche Gesundheitsgefahr thematisiert, obwohl es in den westeuropäischen Großstädten, z. B. im Nordosten Londons Stadtviertel gibt, deren TBC-Rate schon seit Jahren so hoch ist wie die in Nigeria?

-Wo lohnt sich Pharma-Forschung, wo nicht? Warum ist das so? Wer entscheidet also, was auf die Agenda kommt? Haben Regierungen, WHO und Wissenschaft noch Einfluss und Entscheidungsmöglichkeiten?

-Bis in die 1950er-Jahre war Tuberkulose als Kriegsfolge auch ein sehr deutsches Thema. Mit steigendem Wohlstand sank hier das Risiko, doch weltweit ist das Krankheitsrisiko immer noch sehr hoch. Die Weltgesundheitsorganisation will diese Krankheit jetzt bis 2030 weltweit eliminieren.

Diskussion 3
Diskussion 2
Diskussion 1
Theater 7
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Theater 1

Vor zehn Klassen mit gut 200 Schülern haben „Schluck und weg“ mit dem Titel „Schiller und die Gesundheitsräuber“ aufmerksam gemacht auf die ganz unterschiedlichen Ressourcen, die einem Menschen zur Verfügung stehen je nachdem, wo er lebt bzw. wo er mit der Krankheit leben muss. Für Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, spielen diese Themen immer wieder eine ganz konkrete Rolle im beruflichen Alltag – vermutlich bei ganz anderen Erkrankungen, aber doch nach einem ähnlichen Muster.

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