VET School Programm des Landes Baden-Württemberg mit der Republik Kroatien im Rahmen der Danubia – Initiative der Europäischen Union

Das Land Baden-Württemberg betreut jetzt im Rahmen einer EU-Initiative für die südöstlichen Länder der Donau-Region das Arbeitsfeld „Implementierung der dualen Beruflichen Bildung“. Eine der drei vom Staatsministerium damit beauftragten Schulen ist das Kreisberufsschulzentrum Ellwangen. Schulleiter Peter Lehle war mit Markus Kornmann und Christoph Weber jetzt in Zagreb. Dort wurde eine gemeinsame Erklärung mit der kroatischen Partnerschule, der Tehnicka Skola Rudera Boskovica Zagreb, einer großen Gewerblichen Schule unterzeichnet. In ersten Gesprächen wurden die nächsten Schritte der Zusammenarbeit vereinbart. Neben weiteren Vorort-Terminen in den Schul-Tandems wird Mitte Oktober ein Treffen aller sechs Projektschulen und weiterer beteiligter Institutionen in der EATA in Ellwangen stattfinden.

Bild: Markus Kornmann (links) und Christoph Weber (Mitte), Lehrer am KBSZ Ellwangen, repräsentieren
die Schule beim Kick-off zum VET Schools Partnership Programm in Zagreb vor.

VET steht für Vocational Education Training – also Berufliches Bildungswesen.

Worum geht es grundsätzlich? In vielen Ländern der Danube Region fehlt bisher ein ausreichendes Engagement der lokalen Unternehmen und Unternehmer für eine am Arbeitsmarkt orientierte Ausbildung. Folge ist eine sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit und eine verzögerte wirtschaftliche Entwicklung.

Mit der Danubian Charter for Young People soll in den Ländern dieser Donau-Region den Unternehmen mehr Verantwortung für die Ausbildung ihres eigenen Nachwuchses übertragen werden. Dieser Transfer soll durch „Good-Practice“-Beispiele aus Baden-Württemberg unterstützt werden.

Bisher reagieren die Jugendlichen dort auf Jugend-Arbeitslosigkeits-Raten von gut 20% (in Kroatien) bis über 60% (in Bosnien-Herzegowina) mit Auswanderung vor allem nach Deutschland und Österreich. Dieser Verlust an ausbildungs- und arbeitswilligen jungen Menschen, dieser Braindrain ist ein wesentlicher Grund, dass die wirtschaftliche Entwicklung in diesen Ländern deutlich langsamer stattfindet wie im Durchschnitt der EU.

Die EU formuliert für alle Länder mit hoher Jugendarbeitslosigkeit – innerhalb wie außerhalb der EU – das Ziel, Ausbildungsstrukturen zu entwickeln oder zu verbessern, die die theoretische und die praktische Ausbildung eng verknüpfen. Die duale Ausbildung in den deutschsprachigen Ländern ist dafür ein Modell.
Damit verbunden ist die Notwendigkeit, in den Ländern der Danube Region eine Verbindung zwischen den Erfordernissen des realen Arbeitsmarktes und dem tatsächlich existierenden Bildungsangebot zu erreichen. So lange das nicht gelingt, führt die Ausbildung nicht in Arbeit.

Die kroatischen Partner wollen Einblick in die duale Ausbildung in den am KBSZ vertretenen Berufen zu erhalten. Das KBSZ schafft weitere Kontakte zu dualen Partnern, also verschiedenen Ausbildungsbetrieben wie auch zu beteiligten Organisationen wie Innungen, IHK und Handwerkskammer.

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Titelbild oben: Feierliche Unterzeichnung der bilateralen Schulpartnerschaften des VET Schools Partnership Networks zwischen Kroatien und Baden-Württemberg in Zagreb. Für das Kreisberufsschulzentrum Ellwangen unterzeichnete Schulleiter Peter Lehle (sitzend ganz links) die Erklärung, mit der die Kooperation mit der Tehnicka Skola Rudera Boskovica in Zagreb, einer Gewerblichen Schule, vereinbart wurde.

Quelle Unterzeichnung Partnership: Staatsministerium von BaWü

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