Ellwangen setzt bei der Ausbildung von Justizfachangestellten landesweit Akzente

Fast schon traditionell lud das Regierungspräsidium Stuttgart Lehrpersonen von allen Ausbildungsstandorten des Landes für den Ausbildungsberuf Justizfachangestellte/r zwei Tage nach Ellwangen ein.

Wieder lag die Organisation in Händen der Fachbetreuerinnen Elisabeth Hägele (Kreisberufsschulzentrum Ellwangen) und Ulrike Müller (Kaufmännische Schule Schwäbisch Hall). Die in Ellwangen durch kurze Wege mögliche Lernortkooperation zwischen Justizbehörden und Kreisberufsschulzentrum Ellwangen erzeugt hohe fachliche Qualität – und die wird wahrgenommen! Lehrerinnen aus diesen Fachkreisen, die als Multiplikatorinnen die gewonnenen Informationen in ihre Schulstandorte nach Ravensburg, Konstanz, Freiburg, Heidelberg, Heilbronn und Stuttgart zurücktragen, waren die Adressaten dieser Fachkonferenz.

Den ersten Fortbildungstag im Amtsgericht Ellwangen eröffnete der Präsident des Landgerichts Ellwangen, Herr Friedrich Unkel. Er erläuterte in seiner Begrüßung die Wichtigkeit einer fachlich fundierten Ausbildung in diesem Beruf, die Notwendigkeit einer klaren Abstimmung zwischen den dualen Partnern und einer breiten Unterstützung des schulischen Partners in allen fachlichen Belangen durch die Justizbehörden. Dieses Modell ist landesweit einzigartig, wie die angereisten Teilnehmerinnen feststellten. Dieses Modell ist deshalb auch der Grund, warum diese Fortbildung immer wieder in Ellwangen durchgeführt wird. Die fachliche Weiterbildung, organisiert und geleitet von Elisabeth Hägele wurde getragen durch Vorträge der Richterin am Amtsgericht Dr. Katrin Plänker zu Inhalten aus dem Familienrecht und des Ausbildungsleiters bei den Justizbehörden Josef Müller, der anhand auf realen Fällen beruhender Aktenauszüge (datenschutzrechtlich aufbereitet) einen kompletten Durchlauf eines Verfahrens vorstellte. Erster Staatsanwalt Armin Burger erläuterte Unterrichtsinhalte aus dem Bereich Strafrecht und stellte sich den fachspezifischen Fragen. Birgit Esser, wissenschaftliche Lehrerin am Kreisberufsschulzentrum Ellwangen stellte eine Lernsequenz zu allen Facetten des Erbbaurechts vor. Elisabeth Hägele stellte fächerübergreifende Inhalte vor, dargestellt in ausgearbeiteten Handbüchern durch die Auszubildenden. Die vorgestellten Unterrichtssequenzen in der Berufsschule vermittelten ein breites Spektrum relevanter Unterrichtsthemen, die die Multiplikatorinnen jetzt als Maßstab für eine mögliche Unterrichtsqualität und als neue Ideen mit nach Hause nehmen konnten. Den Höhepunkt für alle stellte der Besuch einer Strafverhandlung beim Amtsgericht dar. Amtsgerichtsdirektor Norbert Strecker stellte sich im Anschluss ausgiebig allen fachlichen Fragen der Lehrerschaft. Höchste Fachkompetenz ganz praxisnah, diese Möglichkeit ist vorbildlich und so vielleicht nur in Ellwangen in einem Lehrgangsprogramm zu vermitteln. Das Abendprogramm mit einer Stadtführung und der Besuch der Wallfahrtskirche Schönenberg rundeten die Veranstaltung ab. Die Fortbildung war getragen von einer hohen Fachlichkeit gerade durch die enge Kooperation mit den ortsansässigen Justizbehörden. Allen Teilnehmern war schnell klar, dass eine solche Veranstaltung kaum zentral organisiert werden kann ohne den ganz direkten Draht zwischen den dualen Partnern – und die Wege dafür sind an den zentralen Justizstandorten einfach viel zu lang. Die nächste Fortbildung in diesem Kontext, für diesen doch sehr spezifischen Bereich, ist von den Fachlehrkräften gewünscht und bereits für übernächstes Jahr in Vorbereitung.

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Die Veranstaltung fand am 28- 29. Juni 2018 statt.

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