Ellwanger Bodencamp mit Chemieschulen aus Baden-Württemberg und Vorarlberg (Österreich)

Vom 04. – 06. Mai 2019 trafen sich achtzehn ausgewählte Schülerinnen und Schüler aus fünf Chemieschulen aus Baden-Württemberg und der HTL Dornbirn (Vorarlberg), begleitet von ihren Lehrkräften, zum ersten Ellwanger Bodencamp. Ziel war es dabei, die geologischen Besonderheiten in und um Ellwangen kennenzulernen und einen vertieften praktischen Einblick in das Thema „chemische Bodenanalytik“ zu erhalten. Auch das gegenseitige Kennenlernen und ein Austausch unter den Teilnehmern sollte dabei natürlich nicht zu kurz kommen.

Der Samstagnachmittag stand ganz unter dem Zeichen der geologischen Erkundung der näheren Umgebung von Ellwangen. Unter der sachkundigen Führung von Hans-Dieter Bolter wurden verschiedene Standorte im Nördlinger Ries angefahren. Durch die sehr lebhaften Schilderungen und unterstützt von einigem Anschauungsmaterial lernten die Teilnehmer zahlreiche interessante Informationen und Hintergründe über die Entstehung des Rieskraters kennen. Trotz des kalten und regnerischen Wetters ließen es sich die Teilnehmer danach nicht nehmen, selbst mit dem Geologenhammer nach kleinen versteinerten Schnecken zu suchen, die stolz präsentiert wurden. Mit Hilfe eines Bohrstockes wurden zudem verschiedene Bodenproben gezogen und entsprechend dokumentiert.

Ein besonderes Highlight war der gemeinsame bunte Abend. Dabei wurden zum einen spannende Aktionen aus den jeweiligen Schulen präsentiert, zum anderen forderten sich die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von selbst erfundenen Spielen und Rätseln in verschiedenen schulübergreifenden Teams gegenseitig heraus.

Am Sonntagvormittag führte zunächst ein Vortrag in die Bodenanalytik ein. Anschließend ging es an das praktische Arbeiten in den Fachräumen des Kreisberufsschulzentrums Ellwangen. An verschiedenen, von Karl-Heinz Biehler und Dr. Sabine Müller vorbereiteten Experimentalstationen wurden die am Vortag genommenen Bodenproben weiter aufgearbeitet. Dabei wurde eine Siebanalyse durchgeführt und die Proben unter Verwendung von chemischen Schnelltests, die von der Firma Macherey-Nagel für das Bodencamp zur Verfügung gestellt wurden, auf verschiedene chemische Parameter wie Ammonium, Nitrat und Phosphat untersucht.

Ein weiterer Programmhöhepunkt war nachmittags das Besucherbergwerk „Tiefer Stollen“ in Aalen-Wasseralfingen. Ausgerüstet mit Umhang und Helm brachte die Grubenbahn die Teilnehmer in den Stollen, wo mit Hilfe einer Multivisionsschau die Geschichte des Bergbaus im Raum Aalen vorgestellt wurde. Beim anschließenden Rundgang durch den Stollen bekam man einen Einblick, mit wieviel Mühen und mit welchem Geschick die Bergleute damals das Erz abgebaut haben.

Abends war dann noch Zeit für etwas Lokalkolorit. Bei einer sehr lebhaften und anschaulichen Stadtführung durch Ellwangen erfuhren die Teilnehmer neben Interessantem aus der Ellwanger Geschichte auch so manche Anekdote, die zum Schmunzeln anregte. Das anschließende gemütliche Beisammensein in den Ellwanger Kneipen rundete den Tag gelungen ab. Nach einem weiteren Laborhalbtag am Montagvormittag, bei dem letzte Messungen durchgeführt, die Ergebnisse der Bodenanalytik zusammengestellt und anschließend präsentiert wurden, stand abschließend der Besuch des Urweltmuseums Aalen auf dem Programm. Hans-Dieter Bolter, auch hier exzellenter Fachmann, führte durch die Ausstellung und schlug gekonnt den Bogen von den Exponaten zu den Fundstellen am Samstag.

Mit vielen neuen Eindrücken von einem sehr interessanten, informativen und abwechslungsreichen Wochenende traten die Teilnehmer am Montagnachmittag die Heimreise an – sicherlich auch mit der Erkenntnis, dass die Bodenkunde absolut keine trockene und staubige Materie ist.

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