Kreisberufsschulzentrum Ellwangen ist wieder VET-Partnerschule des Staatsministeriums

In Sarajevo wurden in Anwesenheit von Staatsministerin Theresa Schopper (hinten, 6.v.l.) Verträge für die Förderung der dualen Ausbildung in Bosnien-Herzegowina geschlossen. Für das Kreisberufsschulzentrum Ellwangen unterzeichnete Schulleiter Peter Lehle (sitzend, rechts) die Partnerschaft mit der Srednja Medicinska Skola in Mostar. Esther Hoffmann (hinten, 2.v.r.), Abteilungsleiterin für die Altenpflege und die Beruflichen Gymnasien arbeitet bereits an einem Kooperationsprogramm für die Pflegeausbildungen mit dieser Schule.

Für das Staatsministerium des Landes Baden-Württemberg wurde das KBSZ Ellwangen jetzt zum zweiten Mal für eine Partnerschaft mit einer Schule in der Donau-Region nominiert. Wieder ist das KBSZ eine der drei beauftragten Projekt-Schulen für den Aufbau von Modellstrukturen einer dualen Beruflichen Bildung. Partnerschule ist die Gesundheits- und Pflegeschule in Mostar.

Ausgebildet werden dort unter anderem Pflegekäfte, Hebammen, Zahnmedizinische Fachangestellte, pharmazeutische Angestellte, pharmazeutisch-technische Assistenten und Sanitär- und Umwelttechniker – Berufe, die überwiegend auch in Ellwangen ausgebildet werden. Schulleiter Peter Lehle und Fachleiterin Esther Hoffmann waren jetzt in Sarajevo zur Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages.

Bisher werden in Bosnien Schulplätze nur nach den Möglichkeiten des Bildungssystems, aber unabhängig von der tatsächlichen Nachfrage der Wirtschaft  vergeben. Das führt für die Absolventen zu oft in die Arbeitslosigkeit. Notwendig ist unbedingt eine bessere Verbindung zwischen den Bedürfnissen des realen Arbeitsmarktes und dem tatsächlich existierenden Bildungsangebot. Die duale Ausbildung in den deutschsprachigen Ländern ist dafür ein erfolgreiches Modell, weil hier die konkrete Nachfrage – festgestellt anhand tatsächlich abgeschlossener Ausbildungsverträge – dann auch passgenau durch die Beruflichen Schulen bedient wird. Wo das nicht gelingt, führt Bildung oft nicht in Arbeit. Im Hochschul-Bereich ist diese Passung bekanntlich selbst in Deutschland oft nicht gut gelöst.

Round-table-Runde zu Best-practices-Beispielen beruflicher Bildung: von der Einführung zum Erfolg (v.l.n.r.:
Dr. Caroline Hornstein-Tomic/Stiftung Wissen am Werk, Alisa Gekic/LiNK Mostar, Peter Lehle/KBSZ Ellwangen,
Staatsministerin Theresa Schopper, Prof. Dr. Wolfgang Schuster/European Foundation for Education – EFE,
Muamer Mahmutovic/Präsident der Handelskammer Sarajevo, Ramona Neuse/Außenhandelskammer AHK,
Senida Celjo, Kaufmännische Schule Sarajevo)

Neue Berufsschulpartnerschaft des KBSZ Ellwangen mit der Gesundheits- und Pflegeschule Mostar (v.l.n.r.:
Senada Sahic, Alija Muhibic, Staatsministerin Theresa Schopper, Peter Lehle, Esther Hoffmann)

Einige berufliche Schulen in Bosnien-Herzegowina haben sich jetzt aufgemacht und entwickeln vor Ort duale Strukturen. Dieser Prozess stößt auf Hindernisse, weil es dort nicht selbstverständlich ist, dass für eine Ausbildung im Betrieb auch ein Ausbilder bereit stehen muss und ein Azubi-Gehalt bezahlt wird. Oft fehlen in den Betrieben auch Ideen, wie viele Mitarbeiter in Zukunft benötigt werden und wie diese eigenen Mitarbeiter qualifiziert werden sollen.

Anfang 2020 werden sechs Partnerschulen, unterstützt von Ausbildern aus ihren Betrieben, in Ellwangen sein. EATA, KBSZ und Kolping wollen die Gäste gute Beispiele dualer Ausbildung in der Region erleben lassen.

Esther Hoffmann ist Fachabteilungsleiterin am KBSZ und organisiert dort unter anderem die Altenpflege-Ausbildung und das Gesundheitswissenschaftliche Gymnasium. Duale Ausbildung erfahrbar machen – dieses Projekt hat sie der Schule in Mostar jetzt angeboten. Geplant ist ein mehrwöchiges Praktikum für eine Azubi-Gruppe von dort in verschiedenen Pflege-Einrichtungen im Raum.

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